Leitungstechnik - Übertragungstechnik - Funktechnik


Objekte dieser Techniksparten sind im Telekom Museum Ried teilweise nur virtuell (als Fotos) präsent. Die nachfolgenden Fotos und Texte sind daher keine vollständigen Darstellungen zu diesen Themen sondern Beispiele. Der Schwerpunkt der ausgestellten Objekte ist dem Technikbereich Fernsprechen und Fernsprechvermittlungstechnik zuzuordnen.

Zur Übertragung elektrischer Telekommunikation wurden verschiedene Leitungswege und Methoden
entwickelt: Freileitungen, Kupferkabel, Koaxialkabel, Glasfaserkabel (Lichtwellenleiter) und
Funksysteme (Richtfunk, Satelitenfunk, Mobilfunk).




Kabeleinführung, Muffenraum



Ortskabel (Bleikabel mit Kupferadern) zur fernmeldetechnischen Versorgung von Ortsnetzen werden in Fernmeldegebäuden in den Muffenraum eingeführt. Diese Kabel beinhalten mehrere hundert Doppeladern und werden in Aufteilmuffen in kleinere Aufteilungskabel unterteilt (gespleißt). Die Doppeladern der Aufteilungskabel werden am Hauptverteiler an Trennleisten aufgeführt und dort mit den vermittlungstechnischen Einrichtungen verbunden.

Die Aufteilungskabel von Fernkabeln endigen an Fernkabeltrennendverschlüssen und in Abhängigkeit vom Verwendungszweck an zugeordneten übertragungstechnischen Einrichtungen.



Einführung von Glasfaserkabeln in den Muffenraum 




Die Netzknoten neuer, leitungsgebundener, digitaler Kommunikationsnetze sind überwiegend mit Glasfaserkabeln verbunden. Die Anbindung der Endkunden an die Netzknoten erfolgt noch zu einem großen Teil mit Kupferkabeln.
Die einzelnen Lichtwellenleiter von Glasfaserkabeln werden an den Schnittstellen (z.B. in Muffen) mit optischen Spleißgeräten gespleißt. An den Endeinrichtungen werden die Glasfasern mit Spezialsteckern verbunden. Mittels Interface Convertern ist auch eine Verbindung von Glasfaserkabeln mit Kupferkabeln möglich.

Zur Bereitstellung hoher übertragungstechnischer Bandbreiten bis zu den Endkunden ist nach Bedarf eine Ausweitung der Glasfasernetze bis zu den Kundenstandorten vorgesehen.





Hauptverteiler der Ortsvermittlungsstelle Ried (senkrechte Seite)  




Hauptverteiler sind Schaltstellen zur Verbindung der Kabeladern (Teilnehmeranschlussleitungen) von Ortsnetzen mit den Teilnehmerschaltungen von Vermittlungsstellen. An der Vorderseite des Hauptverteilers werden die Doppeladern der Ortskabel auf senkrecht angeordneten Trenn-Klemm-Leisten angeschlossen. Auf der Rückseite sind die Innenkabel zu den Teilnehmerschaltungen der Vermittlungsstelle auf waagrecht angeordneten Trenn-Klemm-Leisten aufgeführt. Durch Rangierdrähte, die von den waagrechten zu den senkrechten Trennleisten verlegt und eingeklemmt werden, können die Teilnehmerschaltungen individuell mit den Kabeladern verbunden werden, die zu den Teilnehmerstandorten führen.
Ältere Ausführungen von Hauptverteilern waren auf der senkrechten Seite (Ortskabelseite) mit Sicherungstrennleisten, auf der waagrechten Seite mit Lötösenstreifen ausgestattet. Die Rangierdrähte mussten in dieser Ausführung verlötet werden.




Detailansicht von Hauptverteiler – Trennleisten für 100 Doppeladern






Trennleisten an der Hauptverteiler – Rückseite (waagrechte Seite)
mit Rangierdrahtverbindungen zwischen Innen – Außenverkabelung







Größenvergleich Kupferkabel - Glasfaserkabel



Links die aufgefächerten Kabeladern eines Fernkabels mit 98 Kupferdoppeladern.
Rechts die Lichtwellenleiter eines Glasfaserkabels.




Pupinspule



Die Pupinspule wurde 1894 von Mihajlo Idvorski Pupin erfunden. Um die Dämpfung durch die große Kapazität der Telefonleitungen in Kabeln herabzusetzen, wurden pupinisierte Leitungen eingesetzt, d.h. in regelmäßigen Abständen Spulen eingebaut. Dadurch konnten größere Entfernungen ohne Verstärker überbrückt werden.



Fernkabelmuffe mit Pupin – Bespulung (neuere Version von Pupinspulen)







Allverstärker 49 (Entwicklungsjahr 1949)




Bei der Übertragung von Sprachfrequenzen auf Kabelleitungen entstehen Dämpfungen und Verzerrungen der Sprachsignale. Zur Aufrechterhaltung der Sprachverständlichkeit müssen auf längeren Leitungsabschnitten zum Dämpfungsausgleich bzw. zur Entzerrung der Sprachfrequenzen Leitungsverstärker eingesetzt werden.
Der Allverstärker 49 war ein vielseitig nutzbarer Röhrenverstärker für Zwei- und Vierdrahtleitungen, der sowohl als Zwischen-, Übergangs- und Endverstärker einsetzbar war.





Vielfachkanal – Koaxialkabel – Trägerfrequenz – Fernsprechsystem

Mit diesem System können 960 Fernsprechkanäle mit einem genormten Frequenzband von 0,3 – 3,4 kHz in drei Modulationsstufen auf ein Frequenzband von 60 kHz – 4028 kHz aufgeteilt bzw. erweitert werden.
Die Übertragung eines Frequenzbandes in dieser Größenordnung ist mit einem Koaxialkabel, nicht jedoch mit symmetrischen Kabeldoppeladern möglich. Ein Koaxialkabel besteht aus einem massiven Innenleiter und einem diesen koaxial umschließenden zylindrischen Außenleiter. Der Abstand zwischen Innen- und Außenleiter wird durch einen Isolierstoff konstant gehalten.



Alter Richtfunkturm Ansfelden bei Linz – Fleckendorf
und Sendestation fürÜberseefunk (1955)


Überseefunk-Empfangstelle Kalling
(Innviertel 1959)




Leittisch (vorne) und KW-Empfänger der Funkempfangsstelle Kalling bei Taufkirchen/Pram östlich von Schärding



110 m hoher Stahlgittermast in Fleckendorf (zwischen Ansfelden und St. Florian/Linz), der bis zur Errichtung des Richtfunkturmes Ansfelden die Richtfunkantennen für die Verbindung Wien-Linz-Salzburg-Innsbruck trug.
 



Erdefunkstelle Aflenz




Link: Eröffnung der Erdefunkstelle Aflenz




Mobilfunk Basisstation GSM 900 MHz





GSM Global System for Mobile Communication war das erste digitale Mobilfunksystem
(Mobilfunk der 2. Generation). Die Inbetriebnahme in Österreich erfolgte 1994.
Ab 2002 wurde GSM durch
UMTS Universal Mobile Telecommunications System (Mobilfunk der
3. Generation) ersetzt.
Eine Mobilfunk Basisstation ist zusammen mit einer Mobilfunk Antenne die Schnittstelle des Mobilfunkvermittlungsnetzes mit den Mobilfunkteilnehmern die sich im Versorgungsbereich (Funkzelle) der Basisstation aufhalten. Die Größe einer Funkzelle ist abhängig vom Antennenstandort und auch vom geographischen Umfeld. Zur lückenlosen Versorgung der Teilnehmer von Mobilfunknetzen sind die Standorte der Basisstationen so festgelegt, dass sich deren Funkzellen überschneiden.


 
     
     
 
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